9. Juli 1999

Hanslteich, Open-Air-Gelände, 15 Uhr: Es hat so um die 13 Grad, es regnet. Drei Tage vorher bin ich noch bei schönstem Wetter im Edlesbergerteich geschwommen. Auf diesen Tag haben wir ganz schön lange hingearbeitet. Knapp 45 Personen sollten heute mithelfen, damit das Kurt Ostbahn-Konzert perfekt über die Bühne gehen kann. Ticketverkauf, Verpflegung, Security, Künstlerbetreuung …

Wie wahnsinnig muss man sein, auf 850 m Seehöhe ein Open-Air-Konzert veranstalten zu wollen. Wir waren es, wir und die Leute vom Ostbahn-Management. 1/3 Vorverkauf und 2/3 Abendkassa ist so der Schnitt bei Ostbahn-Konzerten. Wir hatten über 500 Karten verkauft, also waren wir von der finanziellen Seite eh ganz gut unterwegs.

Wir hatten die Schnulzenjäger als Vorgruppe engagiert. Zu Beginn dachte ich: Ohhh, das könnte jetzt eng werden. Die „Kurti, Kurti, Kurti“-Rufe klangen bereits recht alkoholgeschwängert. Aber die Jungs machten einen richtig guten Job.

Als ich dann so um 21.30 Uhr die Band samt Kurti vom Wirtshaus abholte, fiel dann auch noch Nebel ein. Aber: Es wurde ein unglaubliches Konzert. Alle haben alles gegeben. Die Musiker, das Publikum, alle Mitarbeiter …

Als ich so eine halbe Stunde nach Konzertende in der Nähe des Backstage-Bereiches stand, krabbelte ein durchnässter junger Mann aus einem Graben und lallte: „Wann spüt denn  jetzt endlich der Kurti?“
Genau 29 Abendkarten wurden verkauft. Wenn ich heute Mitglieder der Band treffe, fragen die mich immer noch, wer die 29  Heldenhaften wohl gewesen sein könnten.